Zum Film

Er tut es nur für die Familie - seine Frau Irina und seinen fünfjährigen Sohn Simon. Der Jurist David hat nach längerer Arbeitslosigkeit einen Job angenommen, den er eigentlich nicht mit seinem Gewissen vereinbaren kann. Er soll eine Firma liquidieren - und muss alle Angestellten entlassen und die Insolvenzmasse abwickeln. 

 Davids Skrupel scheinen berechtigt: Gleich am ersten Arbeitstag bricht eine Frau zusammen. David fährt sie nach Hause, versucht, zu trösten - doch die junge Frau wird plötzlich aggressiv und beschimpft ihn als Heuchler. Und dem ist nicht genug: Noch in derselben Nacht ruft sie bei ihm zuhause an und bedroht David. Von nun an taucht sie täglich im leeren Großraumbüro auf und terrorisiert ihn am Telefon. Sie scheint überall zu sein. 

Als die junge Frau schließlich sogar in der Mittagsbetreuung seines Sohnes auftaucht, beschließt David, sie zur Rede zu stellen. Wut entbrannt fährt er zu ihr nach Hause - und findet ihre Leiche. Die Frau hat sich erhängt. 

Von jetzt an gerät Davids Leben aus der Bahn: Er hat das Gefühl, dass die Tote sich an ihm und seiner Familie rächen will. Er beginnt, sich vor dem riesigen leblosen Büro, in dem er jeden Tag alleine arbeitet, zu fürchten. Jeder Schatten, jedes seltsame Geräusch, jede Tür, die nicht richtig geschlossen wurde, steigern Davids Angst. Wird er von einem Geist heimgesucht oder bildet er sich alles nur ein?

Cast & Credits

Besetzung: Christian Berkel, Jule Ronstedt, Bibiana Beglau, Gundi Ellert, Leo Conzen, Paul Faßnacht, Heinz-Josef Braun

Buch und Regie Alexander Adolph 

Kamera Jutta Pohlmann 

Schnitt Christel Suckow

 Musik Dieter Schleip 

Sounddesign Jörg Elsner 

Licht Wolfgang Dell/SPARKS 

Kostüm Martina Müller 

Ausstattung Jana Karen 

SFX Maske Olaf Ittenbach 

Maske Sandra Lipps 

Mischung Bernhard Maurer, Oliver Görtz 

Produzenten Philip Voges, Alban Rehnitz 

Produktionsleitung Marion Dany

Technische Daten

Pressestimmen

Ein Workaholic mit psychiatrischer Vorgeschichte gerät in die Fänge eines Geistes. Origineller, atmosphärisch dichter Horror mit Christian Berkel. Der zweite Kinofilm von Alexander Adolph, der mit "So glücklich war ich noch nie" einen Betrüger porträtierte, hat genau das, was anderen teutonischen Genrefilmen fehlt: Anspruch, Ernsthaftigkeit und Subtilität. Das liegt schon an den Vorbildern, denn diesmal stand keine amerikanische Scareware, sondern asiatischer Einfluss Pate sowie Meister des Unbehagens wie Polanski und Haneke, deren Motivik und Stilistik indirekt in einen ungewohnt eigenständigen psychologischen Schreckenstrip eingehen. Einmal mehr erweist sich "Das kleine Fernsehspiel" als progressives Qualitätslabel, das nach "Rammbock" diesmal das Grauen im Büro entdeckt.(...) Adolph vertraut nicht nur auf düstere visuelle Perfektion und eine dämonisch gute Tonspur, sondern gibt den Schauspielern die Chance, ihre Charaktere zu entfalten. Selbst eine übergriffige Schwiegermutter-Figur passt in diese Aura des Unerklärlichen, die zu Interpretationen einlädt - bis hin zur Burn-out-Metapher auf die Arbeitswelt. Die Geschichte eines Mannes, der das Verderben aus dem Büro in seine Familie trägt, beherrscht kernige Schocks ebenso wie kriechendes Unbehagen und ein paar heftige (von Olaf Ittenbach perfekt gewirkte) Splattereffekte. Ein ausgereiftes Werk auf erstaunlichem Niveau. (kino.de)

An Christian Berkel beweist Alexander Adolph zum zweiten Mal, welch großartiger Schauspielerregisseur er ist - in seinem Debütspielfilm "So glücklich war ich noch nie" hatte er Devid Striesow zu einer großartigen Leistung geführt, nun besticht Berkel als Verzweifelter, der mehr und mehr neben sich steht. Das Glück mit der Familie, der Druck des Berufes, die Anfechtungen durch das Grauen - die Stufen seines Niederganges zeichnen sein Gesicht, seine Bewegungen, seine ganze Existenz in diesem Film.  (Harald Mühlbeyer - Cinefacts) 

Wie man mit den bewährten Gruselschauern des Kinos höchst spannend von realen Verhältnissen erzählt, ohne ein Lehrstück zu kreieren - das stellt der Münchner Regisseur und Drehbuchautor in seinem zweiten langen Spielfilm eindrucksvoll unter Beweis. Alexander Adolph hat mit diesem Film ein Beispiel gesetzt: man kann realistische Filme mit realistischen Themen auch im Fantastischen, im Bereich von Genres umsetzen: ein Impuls, den das deutsche Kino nötig hat.  (Peter Gutting - Kino-Zeit)

Sehr effizient arbeitet Alexander Adolph mit allen Mittel der filmischen Darstellung. Räume werden manipuliert, eliminiert und zur Erzeugung der aussichtslosen Enge um den Protagonisten instrumentalisiert; die Geräuschkulisse, die Lichtsetzung und das Spiel mit den Lichtern sorgen fast ununterbrochen für Nervenkitzel. Der Fokus liegt von Anfang an auf der Herstellung von Schockmomenten und auf dem impliziten Spiel mit den Erwartungen des Zuschauers. Ganz im Vordergrund steht jedoch die Versachlichung, die Mechanisierung der Menschen. (Ciprian David - Negativ)

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